8. Sinfoniekonzert

Zeiten des Umbruchs und der Veränderung stehen bevor: Mit dem Generalmusikdirektor Josep
Caballé-Domenech und der Orchesterdirektorin Claudia Brinker verlassen zwei zentrale Figuren
die Staatskapelle. Wie es weitergeht bleibt zunächst offen. Dies spiegelte sich auch musikalisch
im achten und letzten Sinfoniekonzert dieser Spielzeit wieder.


Beim ersten Werk des Abends handelte es sich um die Uraufführung eines Auftragswerks des
spanischen Komponisten Enric Palomar.
Toxiuh Molpilia ist ursprünglich der Name der
„Zeremonie des neuen Feuers“, das in der Religion der Azteken beim Übergang zwischen zwei
Zeitaltern zelebriert wird. Opferungen und Rituale kennzeichnen dieses Fest, an dessen Ende eine
Flamme entzündet und ihr Feuer in den Tempeln und Häusern der Hauptstadt Tenochtitlan verteilt
wird. Unsicherheit, Bangen, aber auch Feierlichkeit und Freude – all diese Emotionen der
mittelamerikanischen Ureinwohner finden sich in Palomars Musik wieder. Zum Schluss kam der
Komponist persönlich auf die Bühne und bedankte sich bei allen an der Aufführung beteiligten
Musikern.


Der zweite und größere Teil des Abends wurde von Gustav Mahlers
7. Sinfonie geprägt. Sie bot
seit jeher Stoff für zahlreiche und verschiedenste Deutungen. Die Schwierigkeiten beim
Komponieren, die Mahler bis zum Lösen seiner Blockade aushalten musste, scheinen sich auch in
der Musik widerzuspiegeln. Ohne großartigen Kommentar seinerseits bleibt die Interpretation
dieses Werkes offen. Dessen ungeachtet leitete Dirigent Caballé-Domenech Musiker und
Publikum durch die Sinfonie und erhielt für diese Leistung reichlichen Applaus. Dieser wurde
jedoch unterbrochen: Neben dem Blumenstrauß nahm der Dirigent auch ein Mikrofon entgegen.
Nachdem er Publikum und Musikern dankte, sprach er Gerüchte und Verleumdungen an, die sich
um seinen Abschied rankten. In der Zukunft wolle er sich ganz seiner Musik widmen, doch sagt er
Halle nicht
Tschüss, sondern Auf bald!

Die Umbruchsstimmung übertrug sich aus dem Konzertsaal ins Foyer, wo im anschließenden
Forum die Orchesterdirektorin Claudia Brinker von den Freunden der Staatskapelle verabschiedet
wurde. Bei reger Beteiligung durch das Publikum beantwortete sie Fragen, unter anderem wie
man Orchesterdirektorin wird, was ihre Arbeit ausmacht und wie es für sie und die Staatskapelle
in der Zukunft weitergeht. Zeiten des Umdenkens und Sich-Anpassens stehen der Staatskapelle
bevor, die in der nächsten Spielzeit ohne Generalmusikdirektor auskommen muss. Die
Orchesterdirektorin blickt auf eine erlebnisreiche Zeit zurück, deren Highlight die beiden
Südamerikatouren bilden. Zahlreiche Erfahrungen, die sie mit der Staatskapelle gesammelt hat,
nimmt sie mit an ihren neuen Arbeitsplatz. Jedoch ist ihr Abschied nicht endgültig: Als Mitglied
der Freunde der Staatskapelle bleibt sie uns auch weiterhin erhalten.


Auch wenn viele Veränderungen bevorstehen, eines ist sicher: Die Freunde der Staatskapelle
bleiben. Wir danken allen Mitgliedern, die durch ihre Unterstützung diesen Verein überhaupt erst
ermöglichen und wünschen einen angenehmen Sommer. Bis zur nächste Spielzeit!

Posted on by Verein in Aktuell

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